Yogalehrerin in vier Wochen? Woran du eine seriöse Ausbildung erkennst
Yogalehrer Ausbildung: Woran du eine seriöse Ausbildung erkennst

Vier Wochen Intensivkurs, danach bist du Yogalehrerin. So werben viele Schulen, und die Kurse sind voll. Rechtlich ist daran nichts auszusetzen: Die Bezeichnung Yogalehrer ist in Deutschland nicht geschützt. Jede Schule darf sie vergeben, nach einem Monat genauso wie nach zwei Jahren.
Für dich heißt das: Du musst selbst prüfen, was du da kaufst.
Ich entwickle seit über 20 Jahren Ausbildungen und Fortbildungen im Gesundheitsmarkt, dazu Kurskonzepte, die von den Krankenkassen anerkannt werden. Aus dieser Arbeit kenne ich die Stelle, an der kurze Ausbildungen scheitern. Selten an der eigenen Praxis der Teilnehmerinnen. Fast immer am Unterrichten.
Was ein Intensivmonat leisten kann
In vier Wochen lernst du viel über deine eigene Praxis. Du übst jeden Tag, lernst Asanas und Atemtechniken, bekommst einen Einblick in die Philosophie. Das hat seinen Wert, auch für dich persönlich.
Nach der Ausbildung stehen aber andere Menschen vor dir: der Mann mit dem Bandscheibenvorfall, die Frau mit Bluthochdruck, die bei Umkehrhaltungen aufpassen muss, und die Teilnehmerin, deren Hüftoperation erst ein halbes Jahr zurückliegt. Für sie brauchst du Wissen über Anatomie und Krankheitsbilder und die Routine, eine Übung im Moment anzupassen.
Diese Routine entsteht zwischen den Ausbildungsblöcken, wenn du erste Stunden gibst, merkst, wo es hakt, und das beim nächsten Treffen mit deinen Ausbilderinnen durchgehst. Dafür braucht es Zeit. Ein Monat gibt sie dir nicht.
Sieben Fragen, die du jeder Schule stellen solltest
1. Wie viele Stunden, über welchen Zeitraum?
Mehrere hundert Stunden, verteilt über Monate, sind ein realistischer Rahmen. Frag auch, wie viele davon Präsenz sind und wie viele Selbststudium.
2. Wie viel Anatomie und Krankheitslehre steht im Lehrplan?
Lass dir die Stunden nennen. „Anatomie“ als Schlagwort im Flyer sagt nichts darüber, ob du danach eine Skoliose von einer schlechten Haltung unterscheiden kannst.
3. Gibt es eine praktische Lehrprobe mit Rückmeldung?
Wer nie vor Prüfenden unterrichtet hat, unterrichtet zum ersten Mal vor zahlenden Teilnehmenden. Eine Lehrprobe mit ausführlichem Feedback ist für mich das wichtigste einzelne Kriterium.
4. Wer bildet dich aus?
Frag nach den Qualifikationen des Lehrteams. Eine lange eigene Yogapraxis macht noch niemanden zur guten Ausbilderin, dafür braucht es zusätzlich einen sportwissenschaftlichen, medizinischen oder pädagogischen Hintergrund, und den darfst du dir ruhig nachweisen lassen.
5. An welchem Standard orientiert sich die Schule?
Ein Beispiel sind die Rahmenrichtlinien des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland (BDY). Wer sich an keinem Standard messen lässt, hat meist einen Grund dafür.
6. Was sagt die Schule zur Krankenkasse?
Viele Absolventinnen möchten später Kurse anbieten, die von der Krankenkasse bezuschusst werden. Dafür müssen Kursleitung und Kurskonzept die Anforderungen der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) erfüllen. [YVONNE PRÜFEN: aktuelle Anforderungen der ZPP an Yogakursleitende nennen und ob unsere Ausbildung darauf angerechnet wird] Eine seriöse Schule erklärt dir offen, welche Voraussetzungen du zusätzlich brauchst. Steht im Prospekt nur „krankenkassenfähig“ ohne Erklärung, frag nach.
7. Wer hilft dir, wenn du nicht weiterkommst?
Du brauchst eine feste Ansprechperson, Rückmeldung auf deine Unterrichtsentwürfe und Ausbilderinnen, die du auch zwischen den Präsenzphasen erreichst. Das klingt selbstverständlich. Bei Kompaktformaten endet die Betreuung oft mit dem letzten Kurstag.
Unterrichten ist die eigentliche Ausbildung
In vielen Yogakursen sitzen heute Menschen jenseits der 40. Sie kommen wegen Rückenschmerzen, wegen Stress im Job oder weil ihre Ärztin ihnen Bewegung empfohlen hat. Damit verändert sich, was eine Yogalehrerin können muss, denn eine schöne Stunde zu gestalten reicht bei dieser Gruppe nicht mehr aus. Du musst einschätzen können, wem eine Haltung guttut und wem sie schadet.
Deshalb halte ich wenig davon, die Ausbildung als Auszeit zu verkaufen. Sie ist der Einstieg in einen Beruf, in dem du Verantwortung für die Gesundheit anderer übernimmst.
So ist unsere Ausbildung aufgebaut
Damit du vergleichen kannst, hier unsere Eckdaten: Die Yogalehrerausbildung bei Independent Workout dauert zwölf Monate und umfasst 300 Stunden. Sie läuft als Fernlehrgang mit festen Präsenzphasen, orientiert sich an den Rahmenrichtlinien des BDY und endet mit einer praktischen Lehrprobe. Auf dem Lehrplan stehen Philosophie und Geschichte des Yogas, Asanas, Meditationstechniken, Didaktik und Yoga für unterschiedliche Zielgruppen. Wir haben sie berufsbegleitend angelegt, weil die meisten Teilnehmerinnen nebenher arbeiten oder Familie haben.
Leg diese sieben Fragen auch uns vor. Alle Details findest du auf iw-yogalehrer.de. Du kannst uns auch anrufen (08122 96 120 96) oder an team@independent-workout.de schreiben.
Du überlegst, statt Yoga lieber Präventionskurse im Bereich Bewegung zu leiten? Dann lies unseren Beitrag Präventionstrainer: Dein Weg zur Zertifizierung nach § 20 SGB V (https://www.independent-workout.com/praeventionstrainer-dein-weg-zur-zertifizierung-nach-20-sgb-v).
Yvonne Bechheim ist Sportlehrerin mit Diplom, fünffache Buchautorin und Gründerin von Independent Workout. Seit über 20 Jahren entwickelt sie qualitätsgesicherte Präventionskonzepte und Trainingskonzepte im Gesundheitsmarkt. Mit ihrem Team, inzwischen auch gemeinsam mit ihrer Tochter, unterstützt sie Studios, Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, Prävention strukturell und praxisnah umzusetzen.

















































